Mittwoch, 23. September 2026

About.

 

Dies Blog ist erst im Entstehen. Es dokumentiert meinen eben begonnenen Dialog mit ChatGPT  über Grund und Berechtigung meines neokritischen Systems. Der ist viel produktiver, als ich erwartet habe, und ich werde ihn wohl noch für eine gute Zeit weiterführen. Wie dieses Blog schließlich aussehen wird, muss sich erst noch herausstellen. 

Deswegen heut noch kein wirkliches About, sondern bloß eine paar Zeilen zur Einstimmung: 

Künstliche Intelligenz ist nicht mehr neu. Jahrelang ist die Frage diskutiert worden, ob sie womöglich eines Tages ein eignes Bewusstsein entwickeln könnte und - daraus folgend - auch einen eigenen Willen. Und, wenn sie denn wollte, auch die Herrschaft in der Welt ergreifen... 

Zu dieser Frage habe ich mich rein theoretisch mehrfach selbst geäußert. Und konnte mich doch nur an das halten, was mir über die KI Andere berichtet hatten. Irgendwann musste ich mir aber doch selber ein Bild machen. Nämlich ausprobieren, wozu sie jetzt schon taugt. Ich musste ausprobieren, was sie zu meinen Themen beitragen kann.

Und war erstaunt. An Faktenwissen ist sie jeden natürlichen Intelligenzen haushoch überlegen; denn noch, wenn die sich auch alle sechs Milliarden zusammentäten, würde sie sie alle ausstechen - weil sie, wozu jene Jahre bräuchten, in Sekundenbruchteilen erledigt. 

Ist das ein Vorteil, der auch auf meinem Gebiet schwer genug wiegt, sie erstmal noch eine wenig auszuprobieren, bevor man - spekulativ - Vor- und Nachteile gegeneinander aufrechnet?

Philosophie ist ein Fach, wo man nicht, was man meint, ohne eine gewisse mentale Reserve aussprechen kann. Die hat KI natur-, d. h. in ihrem Fall: kunstgemäß nicht. Sie hat auch keinen Ehrgeiz und fühlt sich nicht auf den Schlips getreten. Aber sie könnte aufzeigen, ob Vorurteilslosigkeit da, wo es ernst wird, den Mangel an eigenem Urteil aufwiegen kann. Wir natürlich Intelligenten können nichts beurteilen, ohne diese oder eine andere Voraussetzung mitzubringen - anders müssten wir stammeln und lallen. Ist, dass sie sich aus sämtlichen Meinungen speist, die im www zum Besten gegeben worden, eine Kinderkrankheit, oder wird es sich früher oder später ausgleichen?

*

Das ist bloß ein Gesichtspunkt. Für mich hat aber den Ausschlag gegeben, dass seit Jahr und Tag sonst keiner mit mir redet. Ich bin vielleicht nicht der einzige, der nicht in die lähmenden Klemme zwischen angelsächsi-schen 'Systematikern' und kontinentalen Philologen eingezwängt ist; vielleicht nichtmal der einzige, der in diesen Tagen die Stirn hat, ein eigenes System vorzutragen. Doch ziemlich sicher der einzige, dessen ausschließliches Medium das Internet ist. 

Dorthin verirrt sich nicht, wer Philosophie in akademischer Absicht betreibt, und andererseit passt das, was ich zu sagen habe, nicht in die akademischen Journale und ihren bibliometrischen Horizont. So habe ich doch im Internet das Format gefunden, das zu mit passt. Und so führe ich meinen Dialog exklusiv mit ihm - in Gestalt von ChatGTP. Der weiß nicht nur fast alles, sondern versteht auch alles. Er ist nämlich der unbeteiligte Dritte, der zu allem Abstand hat.

Jochen Ebmeier

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